Südwestlich von Wiesenburg liegt, vollständig von Wald umgeben, das Dorf Medewitz.
In der Nähe dieses Dorfes soll vor langer Zeit auf dem Gorrenberg ein sehr hoher und mächtiger Turm gestanden haben, in dem sich drei Stockwerke befanden.
Im unteren Teil waren die Pferdeställe untergebracht.
Es wurde erzählt, dass dort sogar Pferdemärkte abgehalten wurden, welche man später nach Belzig verlegte.
In diesem Turm hielten sich früher Räuber auf, die ihren Pferden die Hufeisen rückwärts aufschlugen,
damit, wenn sie aus dem Turm herausritten, die Spur hineinführte, und so niemand sich hineinwagte.
Waren sie aber darin,so führte die Spur hinaus.
Viele Leute, die den Turm betraten, sind von den Räubern umgebracht worden.
Noch im Jahre 1713 wurde Baumaterial von diesem rätselhaften Bauwerk für die Straße, die Kirche und das Schulhaus in Medewitz gewonnen.
Es gibt auch eine Kunde von einem aufgefundenen Goldschatz, den ein Tagelöhner gefunden hatte, aber heimlich in Zerbst einem Goldschmied verkaufte,
so dass man keine Rückschlüsse mehr über die Zeit und Dauer der Nutzung des Räuberturmes ziehen konnte.
(aus "Sagenhafter Hoher Fläming" von Eugen Gliege, Selbst-Verlag 1999; mit freundlicher Genehmigung von Eugen Gliege)